08.06.10 16:40

In the Absence of Raimund Abraham

Im März 2010 starb der österreichisch-amerikanische Architekt Raimund Abraham bei einem Verkehrsunfall in Los Angeles. Mit Abraham verlor die Architektengemeinschaft eines ihrer konsequentesten, ehrlichsten und streitbarsten Mitglieder. Vor vielen Jahren war Raimund Abraham auch Gast bei horizonte. Das komplette Video findet ihr demnächst hier im Archiv. Einen Ausschnitt des viel beachteten Vortrags gibt es auf der DVD zum Jahrbuch der Fakultät Architektur 2009.

Sein Credo, präsentiert während seiner letzten Vorlesung: "You don't have to become a slave in a corporate office or a groupie of a celebrity architect. All you need is a piece of paper, a pencil and the desire to make architecture."

Raimund Abraham (1933-2010)

Zu Ehren Abrahams veranstaltet das Wiener Museum für Angewandte Kunst MAK gemeinsam mit dem Institut für Architektur der Universität für angewandte Kunst Wien am 13. Juni 2010 in Wien eine Architekturkonferenz.

Raimund Abraham war, so die Veranstalter, „einer der visionärsten und progressivsten Architekten und theoretischen Denker“. Mit dem Bau des Österreichischen Kulturforums in New York (2002) habe er einen herausragenden Beitrag zur zeitgenössischen Architektur in Manhattan geleistet.

Die Konferenz beginnt am 13. Juni um 10.30 Uhr mit einer Architekturtour „Traviatagasse Revisited“. Der Masterplan für dieses 1987-91 erbaute Quartier stammt von Raimund Abraham. Die Führung übernimmt Carl Pruscha (Treffpunkt: MAK Weiskirchnerstraße 3; kostenloser Shuttlebus).

Von 13-15.30 Uhr folgt die Konferenz „Architecture Live 7 – (Un) Built“ in der Universität für angewandte Kunst, Lichthof B, Oskar-Kokoschka-Platz 2, Wien 1. Thom Mayne eröffnet die Konferenz mit einer Keynote Lecture. In der von Klaus Stattmann moderierten Diskussion sprechen dann Erich Bernard (BWM), Matias del Campo (SPAN), Nora Graw (cloud 9), Marie-Therese Harnoncourt (the next ENTERprise), Thom Mayne (Morphosis), Giulio Polita (Coop Himmelb(l)au), Kristina Schinegger und Stefan Rutzinger (SOMA) und Thomas Vietzke (Zaha Hadid).

Schließlich folgt von 16-19.30 Uhr in der MAK-Ausstellungshalle, Weiskirchnerstraße 3, Wien 1, die Konferenz „The Presence of the Absence“. Sie fragt: „Muss Architektur gebaut werden? Muss Architektur sich materiell realisieren oder bewahrt sie ihren utopischen Überschuss nur im Entwurf, in der Zeichnung, im Modell?“ Kenneth Frampton hält zunächst eine Laudatio für Raimund Abraham. Werner Faymann hält dann ein Plädoyer für zeitgenössische Architektur. In einer von Kenneth Frampton moderierten Round Table-Diskussion sprechen Vito Acconci, Peter Eisenman, Peter Kubelka, Thom Mayne, Jonas Mekas, Eric Owen Moss, Peter Noever, Wolf D. Prix und Lebbeus Woods.

Der Tag endet mit einer Open-Air-Party ab 20 Uhr.

Quellen: Meldung: www.baunetz.de; Bild: www.worldarchitecturenews.com