Viele Eigenschaften von Architektur lassen sich mit funktionalen Anforderungen und physikalischen Größen genau beschreiben. Aber gibt es darüber hinaus nicht etwas, dass einen Ort zum Besonderen und andere zum Gewöhnlichen werden lässt?
Der Suche nach dem Verbindungsstück, welches sich zwischen der menschlichen Wahrnehmung und der Materialität verortet, eben jenem wahrgenommenen aber nicht bestimmten "Unfassbaren" messen einige Architekten seit jeher eine übergeordnete Rolle bei. Ihr Bestreben ist es, der Architektur ein über die Mittel der profanen Beschreibung hinausgehendes Wesen zu verleihen. Peter Zumthor fragt in seinem Aufsatz "Atmosphären", was es ist, das uns an einem Bauwerk berührt, uns ergreift und "eine derart schöne, selbstverständliche Präsenz" hat. Die Architektur ist laut Schelling zu Raum erstarrte Musik, für Le Corbusier ist sie das großartige und korrekte Spiel der unter dem Licht versammelten Körper. Das "Unfassbare" lässt sich dabei nicht nur auf den architektonischen Raum reduzieren. So hebt etwa die Romantik den Genius Loci der inszenierten Landschaft hervor.
Nimmt man diese Phänomene nicht nur als Resultat vereinzelter genialer Schaffenskraft an, sondern als Ausgangspunkt, ließe sich Architektur dann auch von diesen Überlegungen ausgehend denken? Kann das "Unfassbare", welches über die statischen, funktionalen und kulturellen Notwendigkeiten von Architektur hinausgeht nicht nur a posteriori als Begründung sondern von vornherein als entwerferische Haltung entwickelt werden?
Gemeinsam mit Architekten, Künstlern, Lichtdesignern, Landschaftsarchitekten und Bühnenbildnern wollen wir mehr über Atmosphäre, Stimmung, Aura, Licht und Schatten, Schönheit und Eleganz herausfinden. Vorträge, Diskussionen und Workshops werden die Medien sein, das "Unfassbare" die Botschaft.
Many properties of architecture can be described very precisely by functional requirements and physical quantities. But what is it that, besides these qualities, makes one place special while others remain ordinary?
Some architects have always given the search for this link a greater importance in their work, the link between human perception and materiality, that noticed yet indefinite Intangible. They strive for giving architecture meaning beyond mere description. In his essay „Atmospheres“, Peter Zumthor asks just what it is that has „such a beautiful, natural presence“. According to Schelling architecture is music, frozen in space, for Le Corbusier again it is the great and correct play of volumes assembled under the light. But the Intangible is not limited only to architectural space. During the Romanesque period for example, much importance is given to the Genius Loci of the staged landscape.
If these phenomena were not taken only as a result of brilliant creativeness but as a starting point, could architecture, then, be thought from these reflections? Could the Intangible that goes beyond the static, functional and cultural necessities of architecture, be developed not only as a reasoning a posteriori, but from the beginning, as a designing standpoint?
Together with architects, artists, lighting designers, landscape architects and stage designers we want to explore the boundaries of atmosphere, mood and aura, light and shadow, beauty and elegance. Lectures, discussions and workshops will be the media, the Intangible will be the message. ↑
Bezug nehmend auf ihr Buch „HAUS-KLEIDER“ verweist Karin Harather in ihrem Vortrag auf verschiedene Phänomene des Bekleidens von Baukörpern. Neben architekturhistorischen Bezügen, wie etwa Gottfried Sempers „Bekleidungstheorie“, wird der Vielgestaltigkeit und Aktualität der Thematik vor allem im zeitgenössischen Architekturkontext nachgegangen.
Karin Harather wurde 1960 in Eschenau, NÖ geboren. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien und der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Sie wird 1985 Universitätsassistentin und ist seit 1992 Lehrbeauftragte am Institut für Künstlerische Gestaltung der Architekturfakultät der Technischen Universität Wien. Karin Harather ist sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch tätig.
mehr...„Als ich mich damals, vor bald 20 Jahren, vom Industriedesign her kommend, auf die Lichtplanung festlegte, dachte ich: Nur das, ein ganzes Leben lang? Heute bin ich überzeugt, dass ein Leben nicht genug ist, alle Möglichkeiten darin auszuschöpfen.“
Ulrike Brandi
Ulrike Brandi führt in Hamburg das Büro Ulrike Brandi Licht mit dem sie zahlreiche Beleuchtungsprojekte im In- und Ausland realisiert. Zu den aktuellen Projekten zählt u.a. die Elbphilharmonie in Hamburg von Herzog & de Meuron.
Ulrike Brandi wurde 1957 geboren und studierte nach ihrem Abschluß in Romanistik Industriedesign an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1986 gründete sie das ...
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