HOW TO ARCHITECTURE?
Tue 15.06.10 19:00
Audimax
  • Walter Stamm-Teske
    • Bauhaus-Universität (Weimar)
  • Thomas Jocher
    • Fink+Jocher (München)
  • Markus Gasser
    • TU Darmstadt (Darmstadt)
  • Arno Lederer
    • Lederer+Ragnarsdóttir+Oei (Stuttgart)
  • Uwe Bresan
    • AIT (Leinfelden-Echterdingen)

Raumpilot

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Lebens-, Wirtschafts- und Organisationsformen in Deutschland und in Europa erheblich verändert. Diese Veränderungen erfordern inzwischen auch neue Richtlinien in der räumlich-baulichen Konzeption und Organisation der dazu passenden Gebäude. Zu beobachten ist dies in nahezu allen Lebensbereichen, beispielsweise in einer gewandelten Nachfrage nach differenzierten Wohnungen und Wohngebäuden, in modifizierten Anforderungen an die Gestaltung von Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen oder in den Auswirkungen neuer Konsum- und Freizeitmuster auf Gebäude und öffentliche Räume. Besonders auffällig werden die Veränderungen an neuen Kombinationen unterschiedlicher Gebäudenutzungen, an veränderten Nutzungszyklen und an den Verbindungen von Wohnen mit modernen, leicht integrierbaren Dienstleistungen.

Aufgrund dieser Veränderungen in einem durch internationale Einflüsse und Marktorientierungen zugleich immer dynamischer werdenden Umfeld greifen die klassische Gebäudelehre und damit auch die herkömmliche Vermittlung von Raum- und Organisationskonzepten nur noch begrenzt. An ihrer Stelle treten die in den Räumen und Gebäuden ausgeübten Tätigkeiten stärker in den Vordergrund. Eine weiter entwickelte Gebäudelehre, die auf diese Veränderungen reagieren soll, muss deshalb intensiver als bisher auf die grundlegenden Anforderungen ausgerichtet werden, die sich aus den verschiedenen Tätigkeiten ergeben und dabei auch neue Schwerpunkte in der Vermittlung der Grundlagen von Architektur und Gestaltung setzen.

Das Vorhaben eines neu entwickelten Konzeptes der Gebäudelehre verfolgt die Wüstenrot Stiftung in enger Zusammenarbeit mit einem Kreis von Hochschullehrern unterschiedlicher Universitäten. Ziel ist es, eine besonders anschauliche, leicht verständliche und auf die wesentlichen Nutzungen konzentrierte Reihe von Broschüren zu den Grundlagen der Gebäudelehre zu erstellen, die es vor allem den Studierenden erleichtert, sich in ihrer Ausbildung auf die Kreativität und auf die gestalterische Qualität von Entwürfen konzentrieren zu können. Die klassische Gebäudelehre, lange Jahre wichtigstes Nachschlagewerk für Studierende und Architekten, hat ausgedient. In einem immer dynamischer werdenden Umfeld funktioniert die herkömmliche Vermittlung von Raum- und Organisationskonzepten nur noch begrenzt: Im Vordergrund stehen heute nicht mehr starre Formen, sondern die Tätigkeiten, die in den Räumen und Gebäuden ausgeübt werden. Vier Institute unter der Leitung von vier renommierten Hochschullehrern haben sich auf Anregung der Wüstenrot Stiftung diesen neuen Herausforderungen gestellt und mit der Buchreihe „Raumpilot“ eine aktuelle Gebäudelehre entwickelt, die ein kreatives Entwerfen und die sich verändernden Rahmenbedingungen vereint.

Im Vordergrund stehen die Zeichnungen, die maßstabsgerecht speziell für die vier Bände angefertigt wurden und den Studierenden sowie Architekten einen enormen Fundus an Informationen und beispielhaften Grundrissen liefern. Der Grundlagenband führt in die zahlreichen Planungsvoraussetzungen, Vorschriften, Normen, Richtlinien et cetera ein, die es beim Entwurf einer Bauaufgabe zu berücksichtigen gilt. Die Darstellung erfolgt überwiegend mittels ansprechenden Zeichnungen, die alle einen einheitlichen Duktus haben, maßstabsgerecht sind und mit knappen, klar gegliederten Texten erläutert werden.