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Donnerstag – Veggietag

Einer der ersten Vegetarier der westlichen Welt ist ziemlich bekannt: Es war kein geringerer als Pythagoras (570-510 v.Chr.) Schon er wusste: „Der Mensch ist, was er isst!“

In der Weimarer Mensa gibt es pro Tag ein vegetarisches Gericht, das im Mensaspeiseplan immer mit einem V gekennzeichnet wird (Allerdings muss man aufpassen, da z.B. auch ein Tilapiafilet Müllerin Art, 2 Beilagen als vegetarisch ausgewiesen wird und Tilapia ist definitiv ein Fisch…). Die Ini "Mensa für alle" konnte erreichen, dass vegane Gerichte auch in der Mensa am Park mit einem V* gekennzeichnet werden. Außerdem gibt's normalerweise pro Woche ein veganes Gericht. Zusätzlich gibt es als Angebot die Nudeltheke. Dennoch ist das Angebot an vegetarischen/veganen Gerichten in der Mensa oft einseitig und im Vergleich zu den vielen Fleischgerichten, die jeden Tag angeboten werden, zu wenig. Wer will schon jeden Tag Nudeln mit dem gleichen Topping essen?
Deshalb wurde die Ini gegründet; sie haben auch einen Blog und sind bei Facebook vertreten. Wir möchten einen rein vegetarisch-veganen Tag in der Mensa einführen, um vor allem aber darauf hinzuweisen, was es bewirken kann, wenn man an nur einem Tag in der Woche kein Fleisch isst.

Was ist der Veggie-Tag, warum gibt es ihn?
"Donnerstag ist Veggietag" nennt sich die Aktion, in der ihr Mitbegründer Paul McCartney zu einem fleischfreien Wochentag in Schul- und Unimensen bzw. Kantinen aufruft. Mit einem Tag ohne Fleisch und Fisch leistet jeder einen Beitrag für seine persönliche Gesundheit und die anderer, sowie zum Schutz von Umwelt und Tieren.

Donnerstag ist Veggietag – für die Gesundheit
In Deutschland werden zu wenig Obst und Gemüse und stattdessen zu viele tierische Produkte gegessen. Die hohe Zufuhr an tierischen Fetten trägt zu vielen chronischen Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Krebs bei. Eine vegetarische Kost dagegen ist reich an Obst und Gemüse und deshalb nicht nur gesünder, sondern auch lecker und abwechslungsreich.

Donnerstag ist Veggietag – für die Umwelt
Die Erzeugung tierischer Lebensmittel bringt negative Konsequenzen für die Umwelt mit sich. 18% der weltweiten Treibhausgase sind auf die Produktion von Fleisch, Fisch und Milch zurückzuführen – mehr als alle Transport- und Verkehrsabgase zusammen.Schauen wir uns jetzt den Water footprint des Fleischs an:
Die Massentierhaltung bzw. Fleischindustrie ist durch den großen Viehfutterbedarf einer der größten Wasserverbraucher in Deutschland. Rechnet man den Futteranbau mit ein, sind es über 15.000 Liter, die für die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch benötigt werden. Wie lang man dafür duschen könnte ... Zudem stößt ein Rind in einem Jahr so viele Treibhausgase aus wie ein PKW bei 18.000 Kilometern im Jahr. Und ein Stück Regenwald geht verloren, das in Südamerika für den Viehfutteranbau (meist Soja) abgeholzt wird. Hinzu kommen Bodenerosion, Wassermangel und Trinkwasserverseuchung durch Tierhaltung.
Ein anderes Beispiel: Ein Brathühnchen verbraucht im Laufe seines kurzen Lebens etwa 6000 Liter Wasser (inklusive Anbau von Futtermitteln).Mit dem Verzicht auf einmal Huhn könnt ihr also mehr des kostbaren Nasses sparen, als ihr bei täglichem Duschen in einem Monat verbraucht.

Donnerstag ist Veggietag – für die Tiere
Im Laufe seines Lebens isst jeder Deutsche durchschnittlich 4 Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner; hinzu kommen unzählige weitere Fische, Kaninchen, Puten oder Gänse. Jeder Tag ohne Fleischverzehr hilft, Tierleben zu retten.Der weltweite Fleischkonsum ist in den letzten 50 Jahren um das Fünffache gestiegen. Nach einer Studie der Food and Agriculture Organisation der UN beträgt der jährliche Fleischkonsum in Deutschland pro-Kopf 87,88 Kilo (2007). Rechnen wir mal ein bisschen:
88kg/pro Kopf/Jahr : 365 Tage im Jahr = 0,24kg Fleisch pro Kopf und Tag
Verzichtet man in den 52 Wochen, die ein Jahr hat, ein einziges Mal in der Woche auf Fleisch, dann... 52 Tage x 0,24kg =12,48kg Fleisch, die jeder durchschnittlich im Jahr sparen könnte!
Friedrich Nietzsche: "Die Vernunft beginnt bereits in der Küche."

Donnerstag ist Veggietag – für andere Menschen
Die Herstellung von Fleisch ist ineffizient und verschwendet Ressourcen. Ein Großteil der weltweiten Getreide- und Sojaproduktion wird als Tierfutter verwendet, während gleichzeitig etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Im Gegensatz zur Fleischproduktion werden für die Herstellung von einem Kilo Weizen nur ca. 1300 Liter Wasser gebraucht. Warum ernähren wir uns also nicht einfach direkt davon? Um nochmal auf die Kuh zurückzukommen: An sie werden 10 Kilogramm Getreide verfüttert, damit sie 1 Kilogramm Fleisch ansetzt. D.h. im Klartext: Die Tiere fressen also das weg, was viele hungernde Menschen auf dieser Welt ernähren könnte.

Hygiene & Politik
Bilder aus Zuchtanlagen in der Massentierhaltung und durchtechnisierten Schlachthöfen verderben uns den Appetit: Eine Rinderkeule, die nie laufen konnte. Eingepferchte Viecher, dreckig, krank und mit Antibiotika vollgestopft, um die Schlachtung noch zu erleben. Schwein, Rind oder Huhn bekommen tierische Angst. Was bleibt ist schweißnass schmeckendes Fleisch. Und wer weiß, wie viel Hormondosen, Medikamente, Salmonellen, H5N1, oder BSE-Viren die Fleischindustrie da noch als Extrazugabe reingesteckt hat?Für heute Abend könnten wir uns also vornehmen (--jaa, JETZT ist der richtige Zeitpunkt um unser Verhalten zu überprüfen!! ..-) "Heut mach ich mir kein Abend /(Wurst)-brot oder 'n Steak, heut mach ich mir Gedanken!"

Einmal in der Woche kein Fleisch zu essen, könnte hier Gewaltiges in Bewegung setzen! Wir wollen euer Bewusstsein stärken, wie gesund Obst und Gemüse sind und warum ihr so zusätzlich noch das Klima schützt. Auch unsere Mensa kann ihren Beitrag dazu leisten, indem es an einem Tag in der Woche nur vegetarische und vegane Produkte gibt. Auch andere Mensen haben dies schon erfolgreich ausprobiert und behalten den Veggietag bei: Berlin, Bochum, Chemnitz, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Gießen, Leipzig, Mannheim, Potsdam, Oldenburg, Tübingen. Wenn das andere, große Unimensen schaffen, warum dann nicht auch wir?
So, jetzt seid ihr als aktive Leser gefragt: Was haltet ihr von dieser Idee? Unterstützt ihr den Veggietag in unserer Weimarer Mensa? Wir sind gespannt auf euer feedback! -Immer her mit euren Kommentaren, Fragen, Wünschen, Anregungen!

In diesem Sinne nach Franz Kafka (1883-1924), (Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium): „Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr.“

Quellen:
http://www.arte.tv/de/ist-das-alles-wurst/6449206,CmC=6449230.html
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Thoreau/Fleischkonsum/
http://www.vegetarier.net/allgemeine-informationen/zahlen-und-fakten
http://www.donnerstag-veggietag.de

Sprecht einfach Sarah Scheidmantel oder Julia von Goenner an (per Unimail mit Punkt zwischen den Namen, ihr wisst schon:) oder schreibt eine Mail an "Mensa für alle" (mensafueralle@m18.uni-weimar.de)!

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13 Kommentare zu Donnerstag – Veggietag

  1. Pingback: Donnerstag – Veggietag | Vegan in Weimar

  2. Jan D sagt:

    Ich schätze die Absichten der Initiative, denke aber das der "erzwungene" vegetarische Tag kaum dazu führt, dass Menschen ihr Verhalten ändern; von oben herab verordnet könnte das schlecht ankommen.
    Warum nicht stattdessen nur ein Gericht mit Fleisch an mehreren Tagen in der Woche? Ich ernähre mich selber vegetarisch und würde mich über mehr und öfteres nicht-Nudelessen freuen.

  3. Uccello sagt:

    Seh ich auch so! Ich kenn die Sache schon aus meinem früheren Studienort. Prinzipiell find ich es auch ne sehr gute Idee!!
    Aber wenn ich als Nicht-Vegetarier mal wirklich Appetit auf was fleischiges habe und ausgerechnet dann Veggie-Tag ist, ist das unschön. Ich weiß, jetzt werdet ihr sagen: "Na dann weißt du mal, wie sich die Vegetarier fühlen.", aber ich denke, da muss man auch die verschiedenen Anteile an Vegetariern und Nicht-Vegetariern berücksichtigen. Und ich denke von letzteren gibt es doch noch mehr, sodass ein erzwungener Veggie-Tag denke ich nicht die richtige Lösung ist.
    Vielleicht wäre es eher eine Lösung, die Anteile fleischhaltiger und fleischloser Gerichte zu verschieben und beispielsweise in Zukunft immer 2 vegetarische Gerichte anzubieten und 3 andere...

  4. Die idee vom veggietag finde ich absurd. Es sollte hier nicht um die umerziehung von nichtvegetariern gehen. Erst recht nicht mit erhobenem veganen moral zeigefinger.

    Man sollte die vielfalt der vegetarischen/veganen angebote in der mensa fördern. Aber das wärend der ganzen Woche und nicht nur an einem tag.

    Ich bedauer es zum beispiel, dass es kein veganes frühstück in der Cafeteria gibt...

  5. Sara sagt:

    Es soll keineswegs um die Umerziehung von Nichtvegetariern gehen (ich selbst gehöre auch dazu), sondern viel mehr um bewussten Fleischkonsum (viele machen sich - ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen- wohl kaum Gedanken darüber, woher das Stück Fleisch, was auf ihrem Teller liegt, kommt).
    Wir wollen die Mensa einfach darauf aufmerksam machen, dass es einen nicht unerheblichen Teil Studenten gibt, die manchmal/oft/öfter/immer vegetarisch/ vegan essen und dass man auf diese auch dementsprechend eingehen sollte.

    Und keiner muss vegetarisch leben- an einem Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten, finde ich nicht so viel.
    Komischerweise sehe ich (und zähle mich selbst auch dazu) nur immer richtig lange Schlangen an der vegetarischen Essensausgabe, wenn es ein gutes vegetarisches Gericht gibt, und dafür verzichten dann auch viele freiwillig auf Fleisch.

    • Sash sagt:

      Aber wie hilft ein Tag ohne Fleisch dabei auf etwas aufmerksam zu machen?
      Das führt doch wenn nur zu Trotzreaktionen und der Verfestigung des Vorurteils, Vegetarier sein Moralaposteln…

      Abgesehen davon, dass ich auch stark bezweifle das ein Tag ohne Fleisch irgendeinen Einfluss auf die Fleischproduktion und damit auf Klima und Tierhaltung hat.

  6. kautzz sagt:

    "... erzichten dann auch viele freiwillig auf Fleisch."

    und dabei sollte es auch bleiben!

  7. Johannes sagt:

    Niemand wird gezwungen vegetarische Speisen zu essen.

    Sicherlich kann der "Veggie-Tag" kritisiert werden, weil auch an allen anderen Tagen weniger Tier und mehr pflanzliches auf dem Plan stehen sollte. Meiner Ansicht nach geht es bei dieser "Veggie"-Aktion vorallem aber darum, den Leuten die Auswirkungen ihrer Konsumentscheidung bewusst zu machen, die beim bloßen Blick auf den Teller eben so nicht sichtbar sind. Irgendwo müssen wir anfangen, auch wenn erstmal "nur" mit einem Donnerstag mit mehr vegetarischen und veganen Gerichten.
    Und von alleine kommen die Leute nicht drauf, sie müssen erst auf das Problem gestoßen werden. Ob nun "von oben herab" oder nicht, mit "erhobenem veganen moral zeigefinger" oder nicht, darüber kann diskutiert werden. Sicher ist, dass, wenn niemand mit dem Thema ankommt, sich die meisten einfach nicht damit beschäftigen.

  8. Jan sagt:

    Wozu bitte ein fleischfreier Donnerstag? Am Ende haben wir einen bananenfreien Dienstag, einen milchshakefreien Montag.. wenn, dann sollte endlich jeden Tag genug Fleischfreies zur Auswahl stehen. Mensaessen ist doch fast immer typisches Sodbrennenfressen, überfettige, salzige Soße, verkochtes Gemüse und eben viel (minderwertiges) Fleisch. Was fehlt ist ja die Auswahl, an jedem verdammten Tag. Ob man nun Veganer ist oder nicht, es muss einfach nicht jeden Tag Fleisch sein. Ein wenig Kreativität darf man von den Küchenleuten doch mal erwarten.
    Wenn wenigstens die Nudelpreise angemessen wären. Eines der billigsten Nahrungsmittel und dann Mondpreise pro Kilo verlangen.

    Die Sache mit der Aufmerksamkeit ist völliger Blödsinn. Mit "Fleisch ist böse" konvertiert man niemanden und das muss man auch nicht. Die Nachfrage ist ja da wie man an der Schlange vor der Theke sieht. Nur kann ich schlicht nicht essen, was nicht da ist und dazu noch nach davon-werde-ich-nicht-satt aussieht oder wo ich eine Stunde für anstehen muss.

  9. Yoda sagt:

    Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag sollten fleischlose Tage werden!

    Mensaessen soll den Hunger stillen und das geht auch vegetarisch.

    Wer auf das Luxusgut Fleisch nicht verzichten kann, kann ja zu Hause essen oder sich ne Currywurst holen.

    Dabei fällt mir auf, dass man im Kontext Mensaessen wohl lieber von Tierkörperteilen als von Fleisch reden sollte, denn meistens gibt es wohl Wurst und Formfleisch.

    In China an der Uni gibts ne Schüssel Reis. Basta.

  10. Jan D sagt:

    @johannes Das genannte Argument, dass die Studenten sich Gedanken machen, indem es einmal in der Woche kein Fleisch gibt, halte ich für eine Spekulation: Die "Auswirkungen der Konsumentscheidung" (Tierhaltung, moralische Probleme, Umweltfolgen) werden nicht klar, nur weil es grad' kein Fleisch gibt.
    Reduktio ad absurdum: Menschen beschäftigen sich nicht mit der Problematik von fettigem Essen, mit Biochemie und Ernährungsplänen, wenn die Fritten mal aus sind.

  11. Max sagt:

    Vor ein paar tagen gab es so eine Umfrage über die Mensa. Das hier habe ich in das Kommentarfeld geschrieben:
    Das Essen [in der Mensa] ist generell schwer, fettig und salzig. Thüringer Gerichte sind im Zweifelsfall die beste Wahl, denn die werden in der Küche offenbar beherrscht. Rinderrouladen, Würste und Rostbrätl' sind ordentlich. Die „exotische“ Küche dagegen ist meist nicht zu empfehlen, wobei Exotik offenbar schon in Italien anfängt. Pasta ist verkocht und die Tomatensauce ist eine Beleidigung für eine italienische Mutti. Eine Frühlingsrolle ist ein fertig geliefertes und dann frittiertes Monstrum. Wenn man mal keine Lust auf Fleisch hat, dann sollte man lieber gleich woanders hingehen, denn dann gibt es meist nur eine Süßspeise oder seltsam kombinierte Beilagen zur Auswahl. Positiv ist die Salattheke an der Nudelbar: meist gibt's dort wirklich frisches und auch die Dressings sind in Ordnung.

    Die preisliche Abstufung Student/Mitarbeiter/Gast ist ein bisschen zu kommunistisch ausgefallen. Für Studenten ist es billig, für Mitarbeiter manches mal schon teuer – wenn man bedenkt was man dafür bekommt. Gäste werden völlig ausgenommen. Ich bin gern bereit auch gutes Geld für etwas zu bezahlen, aber dann muss die Qualität auch stimmen, sprich lecker und bio und mit Liebe zubereitet.

    Hier Beispiele von unseren Partnerunis: In Valencia, Spanien gibt es keine Trennung Student/Mitarbeiter/Gast, aber es gibt einen Selbstbedienungsbereich der günstig ist, und einen Bereich an dem man am Platz bedient wird. Dort gibt es freundliche Kellner und das Tagesmenü, welches aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert besteht, die man jeweils sich aus 2-3 Angeboten auswählen kann. Das Essen dort ist ein Gedicht.

    Taipei/Taiwan: hier gibt es einen großen Essaal und keine zentrale Küche, sondern rings herum viele kleine (eigenständige) Küchen, die die verschiedensten Gerichte anbieten. So hat man eine unglaubliche Auswahl ist die Großküche los.

    • Sash sagt:

      und wer soll das bezahlen?
      Die jetzige Nudeltheke war früher ein à la carte restaurant…

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