ALLGEMEIN

AUF DEM WEG ZUR BILDUNGSREPUBLIK

AUF DEM WEG ZUR BILDUNGSREPUBLIK

Ausgehend vom bundesweiten Bildungsstreik 2009 befinden wir uns als Nachzügler der Protestbewegung zunächst einmal in einer Bestandsaufnahme. An Schulen und Hochschulen haben sich – leider in der Regel noch sehr kleine – Kollektive herausgebildet, die zum einen durch Protestaktionen einen Ausnahmezustand einsetzen und zum anderen dann in diesem Rahmen Forderungen formulieren und Strategien analysieren. Um langfristig die Protestbewegung zu stärken und die öffentliche Debatte über die Bedeutung der Bildung anzuheizen – »Bildung vor Werbung, Fussball und Schweinegrippe« – haben wir uns die Aufgabe gestellt, das Profil der Bewegung zu schärfen.

KOMMUNIKATION und VERNETZUNG

Dies können wir realisieren, indem medienwirksame Kommunikationsstrategien umgesetzt werden, die die Besetzung der Hörsäle in ihrem symbolischen Charakter erweitern und eine umfassende Diskussion über gegenwärtige Funktionslogiken der Gesellschaft provozieren.
Als erste Realisierung dieses Prinzips haben wir einen »Bildungsgutschein« entworfen und in Gestalt eines Dollar-Scheins in Verkehr gebracht. Als Referenz dient Milton Friedmans Theorie des Bildungsgutscheins. Die Aktion stellt einerseits eine Verknüpfung zwischen dem Medium Geld und Bildung her und macht andererseits die Theorie Friedmans zum umfassenden Wettbewerb in Hinblick auf die Hochschulen gegenwärtig. Die Rückseite dieses Scheins ist so angelegt, dass dort individuelle Informationen untergebracht werden können (z.B. regional ausgearbeitete Forderungen, Mitteilungen, Termine oder Kontaktadressen). Derzeit arbeiten wir an einer Open Source-Datei für die eigene Gestaltung des Bildungsgutscheins.

Wie kann es uns gelingen, ein gemeinsames Profil für die Protestbewegung zu etablieren? Ein wichtiger Schritt ist die Vernetzung der jeweiligen hochschul-, landes- und bundesweiten Bewegungen hin zu einem global wahrnehmbaren Kollektiv. Über diverse Internetplattformen ist dafür bereits ein Grundstein gelegt und es gilt nun, die Energie zu bündeln.

AUSRUFUNG EINER NEUEN REPUBLIK

Am 4. Dezember 2009 rufen Schüler, Studierende und Lehrende die BILDUNGSREPUBLIK aus. Der Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf dem performativ symbolischen Charakter des Aktes. Dieser besteht in einer festlichen Verkündung der BILDUNGSREPUBLIK. Durch schriftliche Bekundungen, Videonachrichten, Live-Streaming in besetzte Hörsäle und über Personen / Delegierte werden unsere Wünsche, Interessen und Forderungen verknüpft.

Sollte diese Verkündung in Weimar stattfinden – das wäre unser Vorschlag – kann durch den Zitatcharakter eine Brisanz und ein öffentliches Interesse entstehen. Um im Vorfeld auf die festliche Verkündung aufmerksam machen zu können, würden wir einen Trailer/Teaser erstellen, der sich aus Videobeiträgen der beteiligten Schulen und Universitäten zusammensetzt.

    Grundlage: Video-Botschaft von max. 1 Minute. Die Botschaft kann konkrete Forderungen zur Bildungspolitik auf regionaler oder Bundesebene enthalten, Wünsche in Bezug auf einen generellen Wandel dessen, was Bildung gegenwärtig heißt oder auch Doku-Material vergangener Aktionen.

ZUKUNFT

Die Ausrufung der »Bildungsrepublik« ist nur der Auftakt zu einer engen inhaltlichen Vernetzung aller Hochschulen, Schulen und anderer Bildungsträger, die sich bisher am Bildungsstreik beteiligt haben. Bis Ende Februar/Anfang März 2010 arbeiten sie an einer gemeinsamen »Charta« bzw. Verfassung«. Sie soll zentrale Forderungen des Bildungsstreiks enthalten, die jetzt überall angekündigte Überprüfung der Bologna-Reformen kritisch begleiten und Raum für grundsätzliche Überlegung zum Stellenwert von Bildung in der Gesellschaft bieten. Die Republik ist netzwerkartig organisiert, sie ist ohne geographische und soziale Grenzen. Wie wir das »Schreiben der Zukunft« realisieren, bleibt unsere gemeinsame Aufgabe.

Die genannten Aktionen sind ein Vorschlag von unserer Seite und sollen vor allem als Grundlage für eine weitere Ausgestaltung von Kommunikationsstrategien dienen.

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